Die 4 Phasen der Teamentwicklung

Wenn Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten und dabei verschiedenen Rollen innehaben und Strukturen entstehen, bildet sich ein Team oder eine Gemeinschaft. Das „Wie“ dieses Team sich bildet, trägt maßgeblich zum Unternehmens- oder Projekterfolg bei. Diese Teamentwicklung kannst du gezielt unterstützen.

Teamentwicklung dient also dem Team und dem Unternehmen. Letztendlich trägt sie zu einer höheren Effizienz und Schnelligkeit bei und unterstützt dabei, erfolgreich am Markt zu bleiben.

Um es von Anfang an klar zu sagen: Teamentwicklung darf Spaß machen, muss aber nicht. Beispielsweise wenn im Team etwas schief läuft, kann es auch um Konfliktlösung gehen, die das Team in der Entwicklung unterstützt. Auf jeden Fall hilft eine strategische und passgenaue Teamentwicklung.

Teamentwicklung ist nicht: wir bauen eine Brücke in der Wildnis.

Teamentwicklung ist NICHT gemeinsam auf einen Berg klettern, gemeinsam Kajak fahren oder zelten gehen… das kann auch wichtig sein und trägt sicherlich zu einer guten Stimmung im Team bei.

Wenn ihr aber darüber reflektiert, wie das gemeinsame Kajak fahren gelungen ist, wer beispielsweise in Führung gegangen ist, wer sich geärgert oder wer sich gefreut hat, wie mit Herausforderungen umgegangen wurde, dann beginnt Teamentwicklung.

Gezielt Themen in Teams einzubringen, die diese fördern, das gegenseitige Verständnis zu erhöhen, Tools kennenzulernen, die sie in ihrer täglichen Arbeit als Team unterstützen und die Kommunikationsfähigkeit zu erhöhen, das passiert in Teamentwicklung.

Dabei ist dies alles ein non-linearer Prozess. So wie ein Baby laufen lernt, kann ich auch in der Teamentwicklung nicht alles steuern. Aktuelle Prozesse müssen rechtzeitig erkannt und an die Oberfläche gebracht werden. Dann lassen sie sich gezielt entwickeln und unterstützen das Team. Hier gilt es als Führungskraft wach zu sein und das eigene Team aufmerksam zu begleiten.

In der Teamentwicklung gibt es keinen Stillstand. Teams – vor allem agile Teams oder Teams mit einem hohen Anteil an Selbstorganisation unterliegen einer starken Dynamik: ein Teammitglied geht, eines kommt. Es gilt, mit zwischenmenschlichen Themen, nicht nur mit sachliche-fachlichen, klarzukommen. Diese Kompetenz unterscheidet „einfache“ Teams maßgeblichen von exzellenten Teams.

Steuern kannst du die Teamentwicklung, indem du auf diese 4 Phasen besonders achtest.

Dabei ist nicht eine Phase der anderen vor- oder nachgelagert, sondern sie gehen ineinander über, ergänzen sich und ergeben sich auseinander:

Vision

In der Vision ist das konkrete und hoch gegriffene Unternehmensziel, das in Zukunft erreicht werden soll, beschrieben. Allen in deiner Organisation ist dieses Bild bekannt und für alle ist es erstrebenswert, dieses Ziel zu erreichen.

  • Deine zielführende Frage:
    Kennen alle (wirklich alle!) eure Unternehmensvision?
  • Warum ist das wichtig?
    Wenn alle im Unternehmen ein visionäres Bild haben, das es zu erreichen gilt, so hat das gleich mehrere Vorteile: ihr steht als Gemeinschaft für ein Ziel. Nach innen – ihr stärkt euch so automatisch gegenseitig und nach außen: in der Außenkommunikation wird automatisch spürbar: das ist ein Team, die wissen worum es geht und wollen das wirklich erreichen.
  • Das kannst du tun:
    Tausche dich mit deinem Team darüber aus, was eure Vision ist und komme ins Gespräch. Du weißt schon: nicht oberlehrerhaft, sondern lass echte Begegnung und vielleicht auch Diskurs stattfinden.

Werte

Werte sind der Motor eines Unternehmens. Werte entwickeln sich, oftmals nicht hinterfragt aus der Unternehmenskultur, sie entstehen ganz automatisch aus dem, was ihr täglich tut und daraus, wie ihr es tut.

Aufmerksame Gestalter kennen und prüfen ihre echten Unternehmenswerte von Zeit zu Zeit (kein Werte-Bullshit-Bingo, das so gerne in der Unternehmenskommunikation genutzt wird und womit keiner wirklich was mit anfangen kann). Denn wenn ihr wisst, was eure echten Werte sind, könnt ihr diese auch Leben, an neue Teammitglieder weitergeben und steht gemeinsam für etwas. Ein Bewusstmachen eurer Werte trägt dazu bei.

  • Warum ist das wichtig?
    Menschen, die ein gemeinsames Werteverständnis haben, arbeiten einfach besser miteinander. Fluktuation und auch Krankheitszeiten reduzieren sich. Denn wenn ich mich willkommen und verstanden fühle, kann ich auch bleiben. Das findet abseits der fachlichen Expertise statt und ist doch oftmals wichtiger als diese.
  • Deine zielführende Frage:
    Prüft von Zeit zu Zeit, was eure gemeinsamen Werte sind. Wie lebt ihr konkret im Unternehmensalltag diese Werte? Denn das tut jeder von euch anders. Hier beginnt spanender Austausch und lernen.

Reflektion:

Redet miteinander über das, was passiert ist! Über das, was gut gelaufen ist und das, was nicht gut gelaufen ist. Reife Teams besitzen die Fähigkeit, auch über Dinge zu reden, die ihnen das Leben (gegenseitig) schwer machen. Sie besitzen die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, anzusprechen und zu lösen. Manchmal aus sich heraus, manchmal mit externerer Hilfe.

Redet regelmäßig miteinander, etabliert das und baut es in eure Unternehmenskultur ein! Beispielsweise in sich wiederholenden Retrospektiven. Die dauern nicht lange und können beispielsweise alle 14 Tage stattfinden.

  • Warum ist das wichtig?
    Nur, wenn ihr gemeinsam reflektiert, könnt ihr besser werden. Ihr lernt euch als Team immer besser und besser kenne, lernt aus der Vergangenheit und plant für die Zukunft.
    So bekommt eure Zusammenarbeit mehr Tiefe und ihr löst Herausforderungen schneller und besser. Die Schwarmintelligenz nimmt durch regelmäßiges Austauschen exponentiell zu.
  • Deine zielführende Frage?
    Wie tauschen wir uns aus, wann und zu welchen Themen tauschen wir uns aus? Und was passiert in diesen Runden?
  • Das kannst du tun:
    Oftmals findet „Austausch“ statt, ist aber inhaltsleer.

    Befrage dein Team, wie sie diesen Austausch bewerten (zum Beispiel mit einer einfachen anonymen Online-Umfrage auf einer Skala von 1 – 10:

    1 = ich kann mir unsere gemeinsamen Runden schenken, dort lerne ich nichts und habe das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden.

    10 = ich nehme aus jeder Runde eine neue Erkenntnis für meine Arbeit mit und unterstütze meine Kollegen in ihrer Entwicklung.

    Wenn du ein solches Stimmungsbild hast, kannst du daraus ableiten, was du und dein Team, was ihr als nächstes tun könnt.

Kommunikation:

Wie redet ihr miteinander? Und wann? Fühlt sich jeder und jede im Team wertgeschätzt? Und wie geht ihr miteinander um, wenn es einen Konflikt, ein Problem oder ein Missverständnis gibt?

Gerade in Zeiten, in denen remote Arbeiten immer wichtiger wird, solltest du Kommunikation überdenken und an vielen Stellen neugestalten.

So wie im Innen auch im Außen. Die Art, wie ihr miteinander umgeht trägt auch dazu bei, wie ihr euch nach außen mit Kunden und Geschäftspartnern austauscht. Denn wenn du beispielsweise intern nicht Problemlöser sein darf, dann wird dir diese Rolle auch beim Kunden schwerfallen. Du siehst also, es macht Sinn, sich immer mal wieder aufmerksam mit dem Thema zu beschäftigen.

  • Warum ist das wichtig:
    Weil wir nie damit fertig sind, uns über Kommunikation auszutauschen und zu lernen. Und weil Teams dynamisch sind: Kollegen kommen und gehen, Projektteams setzen sich unterschiedlich zusammen und auch die Einflüsse von außen verändern sich ständig. Daher empfiehlt es sich sehr, von Zeit zu Zeit auf der Metaebene in die Unternehmenskommunikation zu betrachten.
  • Das kannst du tun:
    Sprecht von Zeit zu Zeit über eure Kommunikation.  Das kannst du ganz leicht in eure Reflektionsrunden einbauen.
 

Du siehst: Teamentwicklung ist einfach und gleichzeitig komplex. Aber wenn es einfach wäre, hätte auch jeder exzellente Teams. 

Das wichtigste ist, es an der Teamentwicklung dran zu bleiben!

Deine Aufgabe als Führungskraft ist es, dein Team dabei zu unterstützen, sich stetig zu entwickeln. So können alle in ihrer Selbstorganisation und Selbstwirksamkeit gestärkt werden. Der Booster, den du damit für dein Team bewirkst, ist jedem Tool, dass du kaufen könntest, weit überlegen.

Viel Spaß dabei!

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