Warum Du im Job KEIN Alphaltier sein musst

Alphatier im Job

Der Begriff „Alphatier“ stammt aus der Verhaltensforschung und bezeichnet das Tier, das ein Rudel oder eine Herde anführt. Dabei ist das Alphatieren das dominanteste Tier der Gruppe.

Wenn wir über Führungskräfte sprechen, die Alphatiere sind (egal, ob weibliche oder männliche), dann sprechen wir dieser Führungskraft wenig positive Eigenschaften zu. Am liebsten sehen wir Alphatiere von hinten.

Wir unterstellen Alphatieren Machtgehabe um der Macht Willen. Es geht um Führungskräfte, die mit ihrem Verhalten andere dominieren, nicht zuhören, wenig kompromissfähig sind, Macht auf eine unpassende oder unangenehme Art und Weise ausüben, um die eigenen Bedürfnisse nach vorn zu bringen und eher für sich als für das Team und für das große Ganze handeln.

Oftmals sind Alphatiere großartig darin, sich zu verkaufen, beispielsweise für die bessere Position oder das neue Projekt.

Gefährlich wird das dann, wenn das dominante Auftreten Inkompetenz überspielt.

Klar ist: Organisationen und Unternehmen brauchen Anführer.

Auch die agile Arbeitswelt benötigt Führung.

Wenn wir über New Work sprechen, brauchen wir Führung und Führungskräfte, die diese Rolle ausfüllen wollen. Das ist eine Haltung – meine Haltung. Das kann und darf durchaus anders gesehen werden. Der Weg hin zu Unternehmen oder Organisationen, die gänzlich auf klassische Führung und Hierarchien verzichten können, ist ein langer. Führung von heute auf morgen komplett abzuschaffen, ohne dass im Unternehmen und bei den Mitarbeitenden der entsprechende Reifegrad vorhanden ist, das wäre fahrlässig. Bleiben wir also dabei: zunächst benötigen wir (noch eine ganze Zeit lang) Führung in Unternehmen und Organisationen.

Wie aber kann Führung gelingen in Zeiten von Digitalisierung, Disruption, der Entkopplung von systemischen Zusammenhängen? In Zeiten, in denen wir Komplexität begegnen müssen und lineare Zusammenhänge nicht mehr funktionieren?

Ständig müssen wir damit rechnen, um die nächste Ecke auf die nächste Krise, das nächste Unbekannte zu stoßen.

Der Wandel, in dem wir uns befinden war nie so rasant. Wissen hat sich nie zuvor so schnell vervielfältigt, neue Technologien sind noch in keiner Zeit zuvor so schnell entstanden. Gleichzeitig sind Ressourcen knapp.

Wie sollen Führungskräfte dem begegnen?

Braucht es in solchen Zeiten nicht doch starke Führer – Alphatiere eben?

Ganz klar: Nein!

Längst ist auch wissenschaftlich bewiesen: ein sozial kompetenter und auf Augenhöhe angesiedelter Führungsstil ist der deutlich bessere. So machen Führungskräfte nicht nur sich selbst, sondern auch andere erfolgreich.

Der Schlüssel dazu ist Emotionale Intelligenz.

Ja, Macht und Führen dürfen Spaß machen!

Wenn Macht konstruktiv genutzt wird, dann entstehen neue Gestaltungsspielräume. Für alle, sowohl Führungskraft als auch Team öffnen sich Türen zu Räumen, in denen neues passieren kann: neue Lösungen können entwickelt werden, Zusammenarbeit wird auf das nächste Level gehoben. Das, was zunächst unlösbar erschien kann angegangen und mit dem Entwickeln neuer Kompetenzen und einer neuen Art der Zusammenarbeit gelöst werden.

Es liegt auf der Hand: die Aufgaben, die Führungskräfte heute zu lösen haben, das sind nicht mehr die Aufgaben, die Führungskräfte vor 10 oder 15 Jahren zu lösen hatten. Es macht keinen Sinn, diesen Aufgaben und Herausforderungen mit den gleichen Methoden wie noch vor einer Dekade entgegenzutreten. Das kann nicht funktionieren.

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert."

Führungskräfte sind gefordert, ein Umfeld zu schaffen, in dem ehrliches und offenes Feedback Platz hat. Beginnt also, miteinander zu sprechen. Auch auf der Metaebene. Wie wollt ihr miteinander sprechen und euch austauschen? Was wird gesagt, was gehört und was schwingt sonst noch so mit in der Kommunikation?

Ist jeder wirklich am richtigen Platz und entsprechend den Fähigkeiten eingesetzt? Nur so kann der höchste Wirkungsgrad entstehen.

Arbeitet ihr in einem Umfeld, in dem Vertrauen und Transparenz keine leeren Worthülsen sind, sondern gelebte Werte? Und wenn du dich fragst, wie du als Führungskraft eine solche Kultur entstehen lässt: Glückwunsch, dieser Gedanke führt genau in die richtige Richtung.  

Klar ist: Alphatiere sind out und passen nicht mehr zu zeitgemäßer Führung. Nur laut sein hilft in einer Welt, in der es wichtig ist, auch auf die leisen Töne und die Zwischentöne zu achten und in der Komplexität gesteuert werden will, nicht mehr weiter.

 

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